Ernährungstipps im Ayurveda

Eine wichtige Säule der ayurvedischen Heillehre ist ihr Ernährungssystem, das auf der Erkenntnis basiert, dass jeder Mensch, abhängig von seiner individuellen Doshatyp-Verteilung einzigartig ist. Und dass somit auch der Speiseplan auf jeden Einzelnen und seine Dosha-Verteilung speziell zugeschnitten werden sollte. Im Ayurveda nennen wir das „typgerechte Ernährung“.

Die Ernährung beeinflusst maßgeblich mit, ob wir uns kraftvoll und gesund fühlen oder ob unser Körper geschwächt ist. Das Ziel eines typgerechten, ayurvedischen Ernährungsplans ist es folglich, den Körper mit Energie und Kraft zu versorgen – und das über den ganzen Tag verteilt.

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Grundlagen der ayurvedischen Ernährung

Schauen wir uns zunächst einige allgemeingültige Ernährungsgrundlagen an:

1. Bevorzuge warme Mahlzeiten!

In uns lodert das Verdauungsfeuer, das sogenannte Agni. Es ist zuständig, alles, was wir zu uns nehmen, bestmöglich für unseren Körper zu verwerten. Und gleichzeitig anzuregen, dass das, was Gift für unseren Organismus ist, ausgeschieden wird. Am besten unterstützt du die Flamme deines Agni mit warmen Speisen. Logisch, denn Kaltes kühlt auch das Agni ab.

2. Setze auf wertvolle Zutaten!

Bereite deine Mahlzeiten so oft wie möglich selbst zu, denn nur so hast du es in der Hand, die Zutaten selbst zu bestimmen. Wähle hochwertige Nahrungsmittel und nutze die Kraft ayurvedischer Kräuter und Gewürze. Sie peppen deine Mahlzeit nicht nur geschmacklich auf, sondern unterstützen deinen Körper gleichzeitig bei der Verdauung und Verwertung der Nahrung. Mehr zu den Gewürzen und ihre Rolle im Speiseplan erfährst du am Ende des Artikels.

3. Vermeide Snacks und Überessen!

Für deinen Körper ist es wichtig, regelmäßig Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Am besten isst du 3x am Tag. Die Hauptmahlzeit ist dabei das Mittagessen. Plane deine Mahl-Zeiten so, dass die vorherige Mahlzeit bereits vollständig verdaut ist, bevor du dem Körper neue Nahrung zuführst.

4. Sei maßvoll!

Vermeide, zu viel zu essen, verhindere aber gleichzeitig auch, dass du zu wenig isst. Denn egal, ob zu viel oder zu wenig, beides kann deine Verdauung kräftig durcheinanderbringen. Versuche, genau so viel zu essen, bis du ein Sättigungsgefühl verspürst. Wenn du auf deinen Körper hörst, wird dir das ganz einfach gelingen.

5. Nimm dir Zeit!

Es ist wichtig, der Mahlzeit die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Iss bewusst und kau das Essen vollständig.

6. Trinke viel!

Sorge dafür, dass du über den Tag verteilt genug trinkst. Bestens als Getränk geeignet ist warmes Ingwerwasser. Wichtig: Während des Essens solltest du auf das Trinken verzichten, da sonst der Magensaft zu sehr verdünnt und deine Verdauung blockiert wird.

7. Dont's

Folgende Kombinationen sind im Ayurveda absolute No-Gos:

  • Fleisch/Fisch und Milchprodukte
  • Frische Früchte oder rohes Obst mit Milchprodukten
  • Joghurt oder Käse mit sauren Früchten
  • Kaltes und warmes Essen gleichzeitig

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Höre, was dein Körper dir sagt

Für jeden Menschen spielt sein individuelles Wohlbefinden die wichtigste Rolle! Somit ist es am besten, dass du deinen Ernährungsplan in erster Linie an deinen persönlichen Geschmack anpasst. Teste doch einfach aus, wie du dich nach welcher Mahlzeit fühlst. Bist du satt und fit oder hast du eher ein Gefühl der Trägheit und fühlst dich unbefriedigt?  Was tut dir wirklich gut? Bist du nach dem Essen im Einklang mit dir selber? Höre in dich hinein und finde so heraus, welche Lebensmittel dir wirklich gut tun und welche nicht! Vielleicht fällt dir das zunächst schwer, denn leider haben viele von uns verlernt, sich selbst die nötige Aufmerksamkeit zu schenken und sich zu hören. Das ist nicht schlimm! Mit etwas Geduld kannst du ganz einfach lernen, deinen Körper wieder wahrzunehmen. Vielleicht schreibst du dir am Anfang nach dem Essen auf, was du gegessen hast und wie du dich dabei fühlst. Das Notieren unterstützt dich darin, deine Gefühle besser greifen zu können.

Das ayurvedische Tri-Dosha-Konzept & unsere Ernährung

Das Konzept der drei Doshatypen liefert uns im Ayurveda wertvolle Anhaltspunkte, mit welchen Nahrungsmitteln wir – abhängig von unserer Dosha-Verteilung - unseren Organismus optimal unterstützen.

  1. Für den Vata-Typ ist Regelmäßigkeit die oberste Prämisse. Gleichzeitig gerät das Vata bei zu wenig Nahrung schnell aus dem Gleichgewicht. Auf dem Vata-Speiseplan sollten viele nährende, erdende Nahrungsmittel stehen, die im Optimalfall warm & gekocht auf den Tisch kommen.
  2. Als Pitta-Mensch solltest du immer schon essen, bevor der Hunger nagt. Da der Pitta-Typ schnell überhitzt, verträgt er auch kalte Speisen und Getränke sehr gut. Proteine bekommen dem Pitta besonders gut.
  3. Kapha-Menschen sollten stets weniger essen, als es der Hunger verlangt, und dabei auf Süßes und Fettiges verzichten. Der Kapha-Typ verschleimt zudem schnell, weshalb auch schleimbildende Lebensmittel, wie z.B. Milch, verzichten. Geeignet sind dagegen scharfe und leichte Speisen.

Wenn du mehr über deinen Dosha-Typ und die typgerechte Ernährung erfahren möchtest, wende dich gern an uns! Wir analysieren deine Dosha-Verteilung genau und können so einen individuellen Speiseplan für dich erstellen.

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Das Geheimnis der ayurvedischen Küche: die Gewürze

Wer schon einmal die ayurvedische Küche probiert hat, ist sicher begeistert! Das Essen schenkt dem Körper viel Energie und schmeckt zusätzlich auch noch superlecker. Das Geheimnis sind die Gewürze und Kräuter wie z.B. Kreuzkümmel, Kurkuma, Kardamom und Koriander. Die Gewürze werden in Ghee erhitzt und entfalten somit ihren vollen Geschmack. Gleichzeitig regen ayurvedische Gewürze das Agni (Verdauungsfeuer) an und haben stärkende und/oder entgiftende Eigenschaften. Kurz gesagt: Sie unterstützen deine Gesundheit!

Wir haben für dich in der folgenden Übersicht die wichtigsten Ayurveda Gewürze und Kräuter und ihre Wirkung zusammengestellt:

  • Asafötida: wirkt antibakteriell, schleimlösend & blutreinigend. Es unterstützt die Darmflora und regt die Verdauung an.
  • Fenchel: hilft bei Blähungen & beruhigt die Nerven, stärkt das Verdauungsfeuer
  • Kurkuma: wirkt entgiftend, reinigt desinfizierend von Innen & Außen. Es regt den Appetit an
  • Ingwerwurzel: wirkt verdauungsfördernd, stimulierend, schleimlösend, zusätzlich stärkt es die Abwehr
  • Koriander: wirkt stärkend, appetitanregend, verdauungsanregend & krampflösend
  • Kardamom: stärkt den Organismus, wirkt schleimlösend, und atembefreiend, zudem hilft es bei Verdauungsbeschwerden, regt die Galle an
  • Kreuzkümmel: reinigt und entgiftet, fördert die Durchblutung, reguliert die Darmflora, stärkt Leber, Nieren & Gebärmutter
  • Safran: verstärkt das Verdauungsfeuer, reguliert Leber & Milz
  • Senfsamen: wirkt antibakteriell & Krampflösend, zudem appetit- und stoffwechselanregend, neutralisiert Toxine aus der Nahrung
  • Zimt: regt Durchblutung, Verdauung & Kreislauf an

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